"Deutsche Wertarbeit" vs. "China-Ramsch"
  1. raa
    Spamschutz

    Standard Baustelle: "Deutsche Wertarbeit" vs. "China-Ramsch"

    (Letzte Aktualisierung: 25.06.2015)

    Ich nehme das zur Kenntnis.

    Vielen Dank für den Hinweis jedenfalls. Die Steuerbelastung in .de ist eh enorm. Bin selber Ingenieur und werde mich für ein neues Projekt dann im Ausland umtun.

    Ihr könnt dann Fachkräfte aus Bangladesh und dem Sudan anwerben. Viel Glück!!!
    Wenn man die Diskussion so verfolgt, läuft's von der EU her aber wohl eher auf "Made in Europe" hinaus, also Deutschland soll weiter ausgelaugt werden (wie die DDR durch die sowjetische Besatzung den Krieg zweimal verloren hatte, dann durch die "Wiedervereinigung" mit Milliardenaufwand den Rest gekriegt, ganz Deutschland jetzt durch den Euro) ... Gut's Nächtle, Deutschland - penne weiter, aber ohne mich. Oder werde endlich erwachsen und lass dir nicht weiter die Wurscht vom Brot nehmen.

    Wusstet ihr schon, dass "Made in Germany" eingeführt wurde, eigentlich um deutsche Produkte zu "brandmarken"? Nur hat sich's dann ins Gegenteil verkehrt, wurde ein Synonym für "deutsche Wertarbeit". Ich habe also geschrieben:

    "Das klingt zwar sehr resigniert, kann ich aber nachvollziehen, bin selber Ing. Mir hat schon mancher geraten, mit meinem Projekt auszuwandern. Nein, besinnen wir uns mal auf die 'Tradition des deutschen Ingenieurs' - welche bahnbrechende Erfindung ging eigentlich nicht von deutschem Boden aus? Sehr wenige. Auf 'meinem' Sektor schöpfen 'Traummarken' aus Übersee den Rahm ab, aber mit Geräten, deren Schaltungstechnik in den Grundzügen ein halbes Jahrhundert alt ist. Das schreit doch nach Innovation."

    Ihr wisst schon, dass da nach wie vor die Vollröhrengeräte am höchsten im Kurs stehen (und war die Röhre vielleicht keine deutsche Erfindung) ... Aber auch die Halbleitertechnik hat ihre Wurzeln in Deutschland. Das ging los mit Gleichrichtern - für meine Kiste werde ich auch Germaniumdioden brauchen - und was heißt wohl "Germanium".

    (Der Transistor allerdings wurde in Amerika "geboren".) Und auch wenn auf manchen von meinen noch "Siemens & Halske" draufsteht, wage ich zu bezweifeln, dass die dort produziert wurden, wo ich sie gekauft habe, also in München. Diese automatische Massenfertigung läuft zum größten Teil in Fernost, auf den Philippinen, sonstwo. Nein, halt - auch im Billiglohnland Ex-DDR hat AMD mal eine Riesen - Chipfabrik gebaut (in Dresden), aber die rechnet sich wohl auch nicht mehr so richtig. Was steht auf deinem Prozessor drauf? Auf meinem zwar "Intel" - aber made in - na, ich glaube, Malaysia oder so.

    Im Zusammenhang mit meinem Projekt ein Auszug aus meiner Korrespondenz mit Herrn Schneider (Chefentwickler bei Huges & Kettner) - der mir einen Riesen - Flop prophezeit hat. Warum wohl stehen die mit ihren wirklich guten Produkten ewig im Schatten von Marshall, Fender, Mesa, ... (längere Liste) - deren Kisten sind doch kein Stück besser, im Gegenteil:

    Hallo, Herr Kraus,

    ich möchte mich nun doch einmal melden, um Ihnen ein paar Infos über Bass Produkte mit der sogenannten "Dynavalve" - Technik zu geben. Ziel war es vollwertige Röhren- Hochleistungsendstufen ohne die schweren Röhren zu entwickeln. Ein sehr innovatives Produkt in fast allen Punkten. Leicht, kompakt, flexibel, verschiedene Vollröhren Grundsounds, großer-lauter Sound und so weiter, aber trotz dem Einlösen aller Versprechen wirtschaftlich erfolglos.

    Hinter Dynavalve steht auch das Verfahren aus dem besagten Patent. Diese Geräte werden seit einigen Jahren nicht mehr gebaut, wurden aber von Profis auf Grund ihrer Qualität sehr gemocht. Aber, es hatte zum Verkaufserfolg nicht gereicht. Der Markt hat schon sehr eigene Gesetze welche selten aus technischer und praktischer Sicht logisch sind ...
    (Die Rede ist von diesem Patent: http://register.dpma.de/DPMAregister...65813&CURSOR=0 )

    Hallo Herr Schneider,

    stimmt, aber aus psychologischer Sicht immer. Und dafür fehlt Ihnen etwas der Nerv, finde ich. (Sind Sie selbst Gitarrist?) Nur das Beispiel von Burkhard (das aus vielerlei Gründen für mich ziemlich repräsentativ für "die Masse", also meine Zielgruppe, "Otto Normalverbraucher" Gitarrist ist):

    Der hatte wie gesagt 20 Amps und 50 Effektgeräte durch, und was sagte er kurz und knapp zu Hughes & Kettner: "Mag ich nicht." Warum?

    Musiker denken "in Klängen". (Deshalb habe ich lange nach einem Namen gesucht, der schon "klingt", wenn die Kiste nur abgedeckt dasteht.) Und ganz objektiv: Wie "klingt" denn "Hughes & Kettner"? Das ist ein Gesichtspunkt von vielen - vor allem aber ein Gerät mit einem konkurrenzlosen Preis- / Leistungs- Verhältnis, aber eben kein "China - Ramsch". Darüber diskutieren wir übrigens auch gerade, den mag wohl keiner so richtig. Vor allem nicht die Leute, die hier arbeitslos sind / werden, weil ihren Job jetzt einer in Fernost für eine Handvoll Reis am Tag macht. Und was da 'rauskommt - Batterie leer oder kaputt? Egal - wegschmeißen, neues kaufen! "Made in Germany" bekommt einen ganz neuen "Klang", mit oder ohne Schutz!

    Und habe ich Sie richtig verstanden: Das, an dem Sie gerade arbeiten, soll dann auch in China produziert werden (ist aber auch wieder nicht geschützt)? Mein "Bauchgefühl" sagt mir also: Das könnte mit ziemlicher Sicherheit das nächste Glied der "Misserfolgskette" werden.

    Meine Ideen sind nichts Neues? Nein, "nur" eine Verbesserung und Weiterentwicklung von Bestehendem. Darunter auch von gründlich vergessenem Altem. Wie schätzungsweise 90% des "Neuen" nur gründlich vergessenes Altes ist.

  • Standard AW: "Deutsche Wertarbeit" vs. "China-Ramsch"

    Nun gut,

    haben wir selbst zu verantworten. Denken wir 40 Jahre zurück. Die Japaner fotographierten damals Alles, was vor die Linse kam. Wurde abgekupfert und dann auf den Markt geworfen. Unsere Industrie lächelte...... Dann fingen die Japaner an selbst zu entwickeln. Unsere Industrie lächelte noch immer.... Dann plötzlich....ups.....waren wir weg vom Fenster. Technisch waren uns plötzlich die Japaner überlegen. Plötzlich lachte unsere Industrie nicht mehr. Dann kam die Sache mit den "Strafzöllen" um die japanischen Waren zu verteuern. Zu spät ! Wir hatten durch unsere Haltung den Anschluss verloren. Dann ging es los. Viele namhafte grosse Firmen mussten verkaufen oder dicht machen.

    Der Wirtschaftsstandort Japan ist mittlerweile sehr teuer geworden. Also müssen Alternativen her. Die Forschung betreiben schon die Wirtschaftsländer, lassen aber dann in China z.B. produzieren. Ist eben billiger. Klar haben die Chinesen noch nicht die hightech-Maschinen zur Produktion wie unsere westliche Welt. Also werden Abstriche gemacht. Aber gute chinesische Qualität kostet auch heute richtiges Geld als der Billigramsch.

    Die Chinesen kaufen den Namen bekannter Firmen auf und bringen unter deren Namen die Produkte auf den deutschen Markt. Einige Kunden glauben sogar dass dann z.B. DUAL und Co. wieder "made in germany" sind.

    Nun z.Thema Amps. Bin selbst Gitarrist. Alle namhaften Firmen lassen in China produzieren. Auch die Instrumente. Aber eben nach Vorgaben von den jeweiligen Firmen. H+K nimmt teilweise deutsche Ware (!?!) und die "Kleinteile" kommen auch aus dem Ausland. Aber bei dieser Fa. kann man sagen "assembled in germany". Der sound ist Geschmackssache. Ob nun made in China, USA oder sonstwo. Einen Original-sound zu reproduzieren hängt von vielen "Feinheiten" ab. Nicht nur der Amp, das Instrument, sondern auch z.B. die Saiten und die "Spielweise" bzw. Grifftechnik. Ferner müsste ich dann (wenn man verschiedene Richtungen spielt) jeweils das entsprechende Equipment haben.........Aber eines ist klar. Die Billigröhren aus China sind Schrott und man sollte diese gleich gegen Hochwertige austauschen.

    Fazit: Man bekommt keine 100%ige Waren mehr aus old Germany. Überall stecken ausländische Teile drin. Wir haben es vor einem Jahr gemerkt mit dem Supergau in Japan. Elektronische Autoteile waren kurz vor dem Nichtlieferzustand. Auch namhafte Nobel-Autofirmen nutzen eben Teile aus Fernost.

    Das Intel in Malaysia produzieren lässt ist nicht neu. Mein Braun-Rasierer kommt übrigens auch aus China....

    Aber eines glaube ich auch. China wird selbst Innovationen schaffen und eines Tages ebenfalls wie die Japaner hochwertige Waren auf den Markt bringen. Siehe auch die Türkei mit den Klamotten. Super Qualität zu einem bezahlbaren Preis.Wo sind unsere Kleiderfirmen geblieben.......

    In diesem Sinne....
    Wie immer nur ein Tipp !

    Grüsse aus dem Schwabenländle
    Axel B. immer reif für die Insel....

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  • raa
    Spamschutz

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    Was du zu den Japanern sagt, da stimme ich dir zu 99% zu. Und ich hab "im Kleinen" was ganz Ähnliches vor. Hauptsächliches Alleinstellungsmerkmal: Echter "Röhrensound" ohne Röhren und die damit verbundenen sattsam bekannten Nachteile.

    Zu dem Patent hab ich übrigens Herrn Schneider wochenlang mit Mails bombardiert, bis er sich mal geäußert hat. Dann mal Stamer Musikanlagen GmbH angemailt, mit Links auf diverse Forenbeiträge von mir, daraufhin hat mich einer mal angerufen, und wir haben ein paar Stunden philosphiert. (Falls dir Stamer kein Begriff ist: Hughes & Kettner ist eine "Tochter" von denen, und da ist Herr Schneider angestellt.) Die Frage, ob die Schaltung wirklich so funktioniert (was ich zu bezweifeln wage) haben sie mir allerdings bis heute nicht beantwortet.

    Zitat von Schlappeseppel
    Die Chinesen kaufen den Namen bekannter Firmen auf und bringen unter deren Namen die Produkte auf den deutschen Markt. Einige Kunden glauben sogar dass dann z.B. DUAL und Co. wieder "made in germany" sind.
    Aufkaufen? Sind wir schon soweit, dass wir unsere Marken verkaufen? Ich kenn's bis jetzt nur so, dass eben viele in China produzieren lassen und unter ihrem Label verkaufen. Z.B. ist dir als Musiker vielleicht "Harley Benton" ein Begriff? Das ist Thomanns Hausmarke für China - Ramsch allererster Güte ...

    Aber wenn ich erst meine Musima "Lead Star III" wiederhabe ... (Nie gehört? Das war eine DDR - Strat sozusagen, und nicht die erste - Aussage eines, der heute noch eine II und eine III spielt: "Besser als Mexiko-Strats sind sie alle Male.") ... Aber von Musima (Markneukirchen, Vogtland) ist heute nur noch ein Museum übrig - angeblich, weil plötzlich die Fertigung zu teuer wurde - ha, ha. Nach Jahrhunderten Instrumentenbau, Krisen, Kriegen und 40 Jahren "Realsozialismus", die sie überlebt haben, indem sie ihren Kunden in aller Welt halt Qualität lieferten und sonst nichts, lassen sie sich von einer "Konkurrenz" plattmachen, die manchmal jeder Beschreibung spottet - so einen teuren Pfusch gab's von Musima definitiv nicht:

    W. Kraushaar - Früher war alles besser!

    Zitat von Schlappeseppel
    Nun z.Thema Amps. Bin selbst Gitarrist. Alle namhaften Firmen lassen in China produzieren. Auch die Instrumente. Aber eben nach Vorgaben von den jeweiligen Firmen. H+K nimmt teilweise deutsche Ware (!?!) und die "Kleinteile" kommen auch aus dem Ausland. Aber bei dieser Fa. kann man sagen "assembled in germany".
    Und nicht nur da: Developed in Germany / UK / sonstwo - das ist der feine (teure) Unterschied.

    Zitat von Schlappeseppel
    Der sound ist Geschmackssache. Ob nun made in China, USA oder sonstwo. Einen Original-sound zu reproduzieren hängt von vielen "Feinheiten" ab. Nicht nur der Amp, das Instrument, sondern auch z.B. die Saiten und die "Spielweise" bzw. Grifftechnik. Ferner müsste ich dann (wenn man verschiedene Richtungen spielt) jeweils das entsprechende Equipment haben...
    Eben, eben. Im Gitarristenjargon heißt das wohl "GAS" (was für ein Syndrom?) - jedenfalls die unendliche Geschichte vom Zweit- oder Drittamp - den sich nur nicht jeder leisten kann. Eine "Krankheit" der Röhrenschaltungen: Dass sie nur in einem eng begrenzten Einstellbereich ihren Sound bringen - "Universalgeräte" haben halt mindestens 4 Kanäle, zwischen denen wie wild hin- und hergeschaltet wird, und wenn's manchmal um einen Widerstandswert geht...

    Zitat von Schlappeseppel
    Fazit: Man bekommt keine 100%ige Waren mehr aus old Germany. Überall stecken ausländische Teile drin.
    Ja doch, und wie sagte mal ein Gitarrist: "Wenn ich losgehe und spiele, ist es mir egal, ob da Röhren, Transistoren oder Maikäfer ihre Arbeit verrichten." Ob die Kiste (als Combo) 15 oder 30 kg wiegt, 1.000 oder 3.000 Euronen kostet, alle naselang neue Röhren und überhaupt Wartung braucht oder nicht, .... wohl schon weniger, oder?

    Also stell dir ein Gerät vor, das das kann, wofür sich manche 2 oder 3 anschaffen - wenn sie sich's leisten können. Die "Masse" (> 50.000 allein in Deutschland, die "Grauzone Nachwuchs" noch nicht mitgerechnet) kann das nicht. Das ist meine Zielgruppe.

    Und das digitale Modeling (das einzige wirklich "Neue" in dem halben Jahrhundert, seit Marshall, Fender & Co. mit ihren Röhrenamps Maßstäbe setzten), ist in diesem Zusammenhang indiskutabel. Dass das bei allem DSP - Aufwand für verwöhnte Musikerohren immer irgendwie "gekünstelt, aufgesetzt" klingt, der ganze "Charakter" des Röhrenamps flöten geht. Nix da, in meiner Kiste hat Digitaltechnik im Signalweg nichts zu suchen - nur in der Steuerung. Analog soweit möglich, digital soweit nötig.

    Was sagst du da zum Sound? Klar, der Amp ist ja nur ein "Glied" einer ganzen "Kette", die "den Sound" macht. Dazu gehören (in der Reihenfolge der - m.E. sinnvollen - digitalen Simulierbarkeit - ab 5. ziemlich unmöglich):

    1. Verstärker
    2. Lautsprecher
    3. Gehäuse
    4. Raumeinfluss
    5. Gitarre
    6. Gitarrist mit seiner Spieltechnik ("Der Sound kommt aus den Fingern")
    7. Zusammenspiel von 1...6
    8. wie 7., aber einer, der obendrein die "Hohe Schule" des Gitarristen beherrscht: Das kontrollierte Feedback. Wer fällt mir da so ein: Jimy Hendrix, Brian May - und ja, Burkhard Zeller - zu dem kommen wir gleich.

    Das einzige "klangvolle" Teil, das ich gezielt aus Übersee beziehen will, ist übrigens der Speaker - da denke ich für das Grundmodell an den Celestion "Vintage 30" - hat seine Gründe. Ob damit das ganze "Soundspektrum" abzudecken ist, ist fraglich, aber dem Kunden die Wahl zwischen 2 oder 3 Speakern (Eminence, Jensen, ...) zu lassen, dürfte es dann auf jeden Fall bringen.

    Doch ein bisschen neugierig geworden? Mein Konzept geistert ja seit Jahren durchs Netz, und die Leute, mit denen ich's damals ausdiskutiert habe, die mich gefragt haben: "Wann haste denn mal was fertig, wenigstens einen Prototyp zum Antesten?", fragen mich schon lange nicht mehr, fühlen sich höchstens mit meinen Theorien nur noch verarscht. Die ich aber auch nicht mit ins Grab nehmen will, auch nicht mit der tröstlichen Gewissheit, dass sie kein anderer realisert hat.

    Das ist aber nun mal nicht damit getan, irgendeine fertige Schaltung zusammenzulöten. Nu mache mal - mit dem Bastler - "Equipment" hier und ALG II, das eh vorne und hinten nicht reicht. Eher kommst du mit einem Kanu nach Amerika. Und die Leute, die über Fördermittel entscheiden - denen machst du eher plausibel, du hast endlich das perpetuum mobile erfunden, als den Unterschied zwischen Röhre und Transistor.

    Hier der, dem ich die meiste Zuarbeit verdanke:

    Burkhard Zeller. 1977-2008. (die Seite immer mal neu laden, die Bilder wechseln.)

    Wenn du mal hören willst, was er außer "Heavy Rock" (etwas "Metal angehaucht") noch so draufhatte, aber aus dem Stegreif (eben auf vorgegebene Playbacks draufgespielt):

    Aussensaiter - Online Jam!

    Am besten finde ich "Popmusik" - naja, ein besserer Titel hätte ihm schon einfallen können.

    Und dann das:

    Exchased - Burkhard Zeller 1977-2008 - Only the good die young

    Burke ist tot, gerade mal 31 geworden - wann kann ich sein Vermächtnis mit Leben erfüllen, als einer seiner Erben, der sein Vater sein könnte? Einer hat's mal ganz krass ausgedrückt:

    Zitat
    Noch ein kleiner Nachtrag zur Diskussion "Gitarren-Röhrenverstärker vs. Digitale Simulationen" (in ersteren wohne ich, quasi):

    Abgesehen von den speziellen dynamischen Eigenheiten der Röhren selbst und Dingen wie dem Ausgangsübertrager etc. ist eigentlich das Schaltungskonzept viel entscheidender für wesentliche Teile des Charakters eines Röhrenamps, der in leichtem (Endstufen-) Overdrive fährt, speziell das der Versorgung, der Koppelglieder, des Phasensplitters, der Gainstruktur etc.

    Bei schlechten Verstärkern ist das alles halt "irgendwie", bei guten ist es durchdacht, bei göttlichen wurde per Zufall oder langwierige Optimierungen die Abstimmung so getroffen, dass die unzähligen Dreckeffekte sich optimal ergänzen und eben ein sattes, punchiges, ideal komprimiertes Klangbild ergeben. In der Hinsicht - und das ist kaum bekannt - kann man mit topologisch ähnlichen Transistor-Schaltungen (FETs) durchaus eine ähnliche Qualität erreichen.

    Was hingegen gar nichts bringt, ist allein die Kennlinien der Röhren digital zu simulieren, deswegen sind die ersten dieser Modeling-Amps oder PlugIns so kläglich gescheitert und tun das grossteils immer noch, m.E. Solange man das Netzteil-Endstufe-Trafo-Speaker - Interface nicht ebenso exakt (und eben nach wie vor am besten analog) nachbildet, wird es nicht zu einem druckvollen Sound kommen, also ich kenne (noch) keinen Modeling-Amp (an einer normalen Gitarren-Box), der nicht durch eine gewisse Lustlosigkeit, trotz aller Rundheit, des Sounds auffiele.

    Fazit: die exakte, dynamische Klirrverteilung eines Röhrenverstärkers ist ein derart komplexe Angelegenheit, das statische Klirrverhalten einer Röhre ist da nur das Tüpfelchen auf dem i.
    Nichts hinzuzufügen, außer: Das mit den FETs stimmt nur bedingt.

    Es gibt viel zu tun - wie lange muss ich's noch liegen lassen?

  • Standard AW: "Deutsche Wertarbeit" vs. "China-Ramsch"

    Naja,

    über das Thema "made in the world" kann man Bücher schreiben. Eines ist klar, Qualität kostet. Egal aus welchem Produktionsland. China, Vietnam und c.o. sind ja eigentlich nur die Produktionsstätten. Jetzt muss man aber achtpassen. Viele renommierte deutsche Firmen wie z.B. Siemens oder Bosch haben auch in Fernost Ihre Produktionsstätten. Das ist z.B. kein China Ramsch ! Also muss man schon unterscheiden. Unser VW Beetle kommt ja auch aus Mexiko.

    Für Dein Projekt wirst Du letztendlich, wenn Du es ernsthaft durchziehen willst, auf China angewiesen sein. Du musst dort einen Produzenten finden, der an Deiner Idee interessiert ist. Hier schliesst sich wieder, wie anfangs genannt, der Kreis. Noch lächelt H+K bzw. Stamer und nimmt Deine Entwicklung nicht ernst. Was spricht dagegen sich mal diesbezüglich schlau zu machen. Ausser Benton gibt es noch Blackheart und co. Auf der Seite Alibaba.com kannst Du entspechende factories finden.
    Wie immer nur ein Tipp !

    Grüsse aus dem Schwabenländle
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  • raa
    Spamschutz

    Standard Baustelle: "Deutsche Wertarbeit" vs. "China-Ramsch"

    Zitat von Schlappeseppel
    Eines ist klar, Qualität kostet.
    Man muss zwischen "preiswert" und "billig" unterscheiden. Die Verallgemeinerung "Teuer = hochwertig" und "Kost nix = taugt nix" ist ein ziemlicher Irrglaube, wie du selber schon klargestellt hast.

    Weißt du übrigens, was an einem "Mesa Boogie" (seit Jahrzehnten der mir bekannte Preisrekordhalter) so um die 3.000 Euro kostet? Nur die Legende, die eben geboren war, als Carlos Santana mal einen angespielt hat und ihn gut fand. (Der spielt übrigens heute noch einen der ersten Modelle, soll's aber auch gelegentlich draufhaben, mit einer Akustikklampfe ohne jede Elektronik dahinter Sääle zu füllen) ...

    H&K bauen übrigens nur Röhren ein, die ihr selbstentwickeltes Testverfahren durchlaufen haben. 1/3 übersteht das nicht. Und ob eine nach dieser Tortur länger lebt, wage ich auch zu bezweifeln. Dass überhaupt eine 3 kV (in Worten: Dreitausend Volt) Überspannung überlebt, sowieso.

    Zitat von Schlappeseppel
    Egal aus welchem Produktionsland. China, Vietnam und c.o. sind ja eigentlich nur die Produktionsstätten.
    Eben, eben.

    Zitat von Schlappeseppel
    Jetzt muss man aber achtpassen. Viele renommierte deutsche Firmen wie z.B. Siemens oder Bosch haben auch in Fernost Ihre Produktionsstätten.
    Da gibt's etliche "Global Player", die's draufhaben, im Inland wegen "zu hoher Standortkosten" reihenweise Leute zu entlassen (die dann dem Staat auf der Tasche liegen müssen), weltweit Lohn- / Preis- /Steuer- / Währungsgefälle geschickt auszunutzen (und selber mit an den Schräubchen zu drehen), und auf die Art bei explodierenden Gewinnen ganz legal Null Steuern zu zahlen.

    Zitat von Schlappeseppel
    Für Dein Projekt wirst Du letztendlich, wenn Du es ernsthaft durchziehen willst, auf China angewiesen sein.
    Vergiss es. Einziger Kommentar der letzten Firma, der ich's vorgestellt habe: "Das sieht nach viel Arbeit aus." (Die Entwicklung!) Die sie sich nur nicht machen - warum sollten sie. Wenn das, was sie jetzt bauen, gut "geht", haben sie doch kein Interesse an irgendwelchen Innovationen.

    Zitat von Schlappeseppel
    Du musst dort einen Produzenten finden, der an Deiner Idee interessiert ist. Hier schliesst sich wieder, wie anfangs genannt, der Kreis. Noch lächelt H+K bzw. Stamer und nimmt Deine Entwicklung nicht ernst. Was spricht dagegen sich mal diesbezüglich schlau zu machen.
    Alles also, und dass ich diesbezügl. schon mehr als schlau genug bin, d. h. einige Illusionen ärmer als am Anfang. Belächeln wird's jeder, so lange nicht mindestens ein markt- und serienreifes (ausgetestetes, bühnentaugliches) Gerät vor mir steht, nur ein theoretisches Grobkonzept.

    Die Produktion dann? Leergehäuse werden "nach Kundenwünschen" preisgünstig gefertigt, Leiterplattenfertigung in Kleinserie machen viele, in guter Qualität und preisgünstig. Meine Sache dann noch: Die Dinger zusammenschrauben, noch ein paar Verbindungen löten, Funktionstest - ab geht die Post. Bis zu 5 Geräte am Tag traue ich mir in meiner "Heimwerkstatt" zu - wenn die Nachfrage größer wird, findet sich bestimmt ein industrieller Produzent. Aber frühestens dann! Vorher muss es natürlich geschützt sein, klar.

    Zeitmäßig setze ich für die Entwicklung ein Jahr an - von dem Tag an, an dem ich loslegen kann. Finanziell mit etwas Sicherheit 100.000 Euro.

    Milchmädchenrechnung: Wenn von den 50.000 nur 2% kaufen, sind das schon 1000. Mal 1000 Euro pro Gerät minus dem, was ich an Zulieferer und ans Finanzamt abdrücken muss, minus anteilige Fixkosten wären ... Jedenfalls genug zum Arbeiten und Leben, nachdem der Investor sein Geld schön verzinst wieder hat.

    In meinem Businessplan ist das natürlich genauer aufgeschlüsselt, und von fachkundiger Stelle bestätigt. "Explodiert" bin ich hier nur wieder mal, nachdem der über Jahre immer wieder abgelehnt wurde - die "beste" Begründung war: "Wir sind doch eine Bank, nicht das Sozialamt." Als ob ich was geschenkt wollte. Hier die umfassendste Studie auf dem Gebiet - ein gutes halbes Jahrhundert der Entwicklung akribisch (fachlich und marktwirtschaftlich) analysiert:

    https://hps.hs-regensburg.de/~elektrogitarre/

    ("Physik der Elektrogitarre", Kap. 10 "Gitarrenverstärker") Mit Herrn Prof. Zollner stehe ich auch in Verbindung - er bestätigt auf Anfrage gerne, dass ich mit meinen weiterführenden Vorstellungen genau richtig liege. Hier besteht also das "übliche" unternehmerische Risiko nicht (dass man mit dem Produkt auf dem Markt nicht ankommt, also sein Geld in den Sand gesetzt hat) - das einzige Risiko wäre mein vorzeitges Ableben.

    Halt, nein, noch eins. Dass sich der mit sehr viel Sicherheit kalkulierte Aufwand schnell weit nach unten korrigiert. Indem nämlich das Gesamtproblem durch Kombination und Weiterentwicklung zweier bereits vorhandener Teillösungen bereits erschlagen ist. Theoretisch ist es das, "nur" der praktische Nachweis wäre noch zu führen.